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Mehr Natur am Main

Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt Volkach und WSA Main unterzeichnet

Ein wichtiger Meilenstein für die Stadt Volkach und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Main (WSA): Im Rathaus Volkach wurde die Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Umsetzung einer ökologischen Maßnahme unterzeichnet. 

Das Umweltprojekt verbindet wasserwirtschaftliche, ökologische und städtebauliche Ziele und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Mains als Lebensraum und Verkehrsweg. Volkachs Erster Bürgermeister Heiko Bäuerlein drückte bei der Unterzeichnung seine Freude über diese Kooperation aus: „Eine sehr positive Sache für beide Seiten, denn alle Beteiligten profitieren von dieser Zusammenarbeit zum Wohle unserer Umwelt.“ Diesen Worten schloss sich auch der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Main, Jörg Huber, an und betonte die Bedeutung der engen Zusammenarbeit. Er blickt der gemeinsamen Umsetzung des Projekts mit Zuversicht entgegen und sieht darin unter anderem einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Aufwertung des Mains. 

Geplante Maßnahmen

Das Projekt wird am rechten Mainufer nördlich des Volkacher Stadtteils Astheim umgesetzt; angelegt wird eine strukturreiche und naturnahe Flachwasserzone. Die flachen und strömungsberuhigten Uferbereiche stellen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dar. Gleichzeitig erhöhen sie die Strukturvielfalt des Gewässers und unterstützen natürliche Entwicklungsprozesse.

Um das künftig ungesicherte Ufer dauerhaft vor Sog- und Wellenschlag durch die Schifffahrt zu schützen, wird ein parallel zum Ufer verlaufendes Schutzbauwerk (Parallelwerk) errichtet. Dieses verhindert ungewollte Erosion und schafft gleichzeitig einen hydraulisch beruhigten Bereich, der eine ungestörte Entwicklung der neuen Flachwasserzone fördert.

Der Main in einem „unbefriedigenden Zustand“

Nach den Bewirtschaftungsplänen der Wasserrahmenrichtlinie befindet sich derzeit der Main in diesem Gewässerabschnitt in einem „unbefriedigenden ökologischen Zustand“. Ursachen hierfür seien unter anderem frühere Gewässerausbauten und naturferne Uferbefestigungen. Als Folge ging ein Großteil der natürlichen Gewässerstruktur verloren, wodurch natürliche Lebensräume für Flora und Fauna stark einschränkt sind.

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verfolgt das Ziel, dass alle Oberflächengewässer langfristig mindestens ein „gutes ökologisches Potenzial“ erreichen. Dabei spielen neben der chemischen Wasserqualität vor allem naturnahe Uferstrukturen sowie ausreichend Retentions- und Entwicklungsräume eine zentrale Rolle. Maßnahmen wie die geplante Flachwasserzone am Astheimer Ufer tragen dazu bei, die ökologische Funktionsfähigkeit in diesem Abschnitt des Mains deutlich zu erhöhen. Sie leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zur Zielerreichung der WRRL.

Ökopunkte für die Stadt Volkach

Demnächst soll als vorbereitende Maßnahme der Oberboden auf der vorgesehenen Maßnahmenfläche durch den Bauhof der Stadt Volkach abgetragen werden. Der dadurch geschaffene Retentionsraum wird als Ausgleich für den Parkplatz an der neuen „Mainlände“ in Volkach gutgeschrieben. Die Flachwasserzone soll in den darauffolgenden 1,5 Jahren entstehen. Die dabei gewonnenen Ökopunkte dienen für die Stadt als Ausgleich für zukünftige Baumaßnahmen.

 

(Veröffentlicht am 29.06.2026, Text/ Foto: WSA Main und Katja Eden)