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Schlüssel zum Volkacher Weinfest

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel übergibt Sammlung Weinfestmarken an das Stadtarchiv Volkach - Dokument der Zeit- und Ortsgeschichte

Ob Holz oder Plastik, Anhänger in rund, eckig oder oval, ein Armband oder eine Scheckkarte: Die Weinfestmarken bilden seit jeher die Schlüssel zum Volkacher Weinfest, Frankens größtes Open-Air-Weinfest. Das erste Weinfest in Volkach datiert auf das Jahr 1904; seit 1949 strömten in der Vor-Corona-Zeit jährlich zehntausende Festgäste in die Stadt am Main, um es sich in der besonderen Atmosphäre am Festplatz gut gehen zu lassen.  

Das Stadtarchiv Volkach verfügt über eine Sammlung dieser speziellen Marken. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Kulturreferat des Bezirks Unterfranken und Studierende der Universität Würzburg haben unter der Leitung von Bezirksheimatpfleger Prof. Klaus Reder, diese Sammlung erforscht und ergänzt. Der Präsident des Bezirkstages, Erwin Dotzel, übergab nun in Anwesenheit von Volkachs 3. Bürgermeisterin Gerlinde Martin diese Sammlung an die Leiterin des Volkacher Stadtarchivs, Dr. Ute Feuerbach. Deren unermüdliche Arbeit wurde sowohl vom Präsidenten als auch von Bürgermeisterin Gerlinde Martin gelobt. „Seit vielen Jahren kümmern Sie sich auf hervorragende Weise um unser Archiv und damit um Zeugnisse aus unserer Vergangenheit, die in ganz Europa bekannt sind“, stellte die 3. Bürgermeisterin fest.

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel ging bei der feierlichen Übergabe auf die Bedeutung der Marken ein. „Sie zeigen, wie sich Materialien und Motive im Laufe der Jahrzehnte verändert haben. Das System Weinfestmarke hat sich über ein halbes Jahrhundert lang gehalten und bewährt. Diese Marken spiegeln auf originelle Weise die Moden und Vorlieben der jeweiligen Zeit.“ Der Bezirkspräsident betonte, dass sowohl der Bezirk als auch er selbst ein großes Interesse daran hätten, dass diese Sammlung komplettiert werde, da sie ein Dokument der Zeit- und Ortsgeschichte sei.

Tatsächlich fehlen noch einige Varianten aus unterschiedlichen Jahren, vor allem aber die kompletten Zeichen aus den Jahren 1949 bis 1957, 1959 bis 1962 sowie 1966 bis 1970 und 2005. Wer hier helfen kann, wende sich bitte das Stadtarchiv Volkach, Dr. Ute Feuerbach (stadt@archiv-volkach.de).

Die erste bekannte Volkacher Weinfestmarke stammt aus dem Jahr 1958 und hatte bereits alles, was diese Zeichen bis ins 21. Jahrhundert verbindet: Das flache Plättchen aus Holz war gerade so groß, dass es gut in eine Hand passte. In einem kleinen Loch hing eine Schlaufe aus Schnur, mit dem das Schildchen am Hemd- oder Blusenknopf befestigt werden konnte. Weinmotive wie Trauben, Weinblätter oder Weinglas zieren die Marken über die Jahre hinweg. Seit den frühen 1960er Jahren dominiert jedoch die Symbolfigur des Volkacher Weinfestes, der Volkacher Ratsherr. Bis heute eröffnet und begleitet er das Fest im historischen Gewand. 1973, als das Weinfest zum 25. Male begangen wurde, wurde der Aufschrift „Fränkisches Weinfest“ eine Nummerierung hinzugefügt. Und seit 1998 ist auch das Jahr, in dem die Marken gelten, ein fester Bestandteil des Aufdrucks.

Für jedes Jahr wurden fünf Varianten eines Motivs hergestellt, vier davon für die einzelnen Festtage, die sich farblich voneinander unterscheiden, sowie eine, die als Dauerkarte genutzt wird und sich von den anderen Varianten abhebt. Damit ergeben sich von 1958 bis 2019 über 300 verschiedene Abzeichen. Hergestellt wurden die hölzernen Marken bis Mitte der 1960er Jahre von der Firma HABA (Bad Roda), danach stieg man auf Kunststoff um, produziert von der niederbayerischen Firma Otwis Plastik GmbH.

Die Formen- und Farbenvielfalt ist beeindruckend: rund und oval, drei- oder viereckig leuchten die Marken in orange und pink, weiß, schwarz, blau und grün. Der Ratsherr ist immer dabei, mal skizzenhaft gezeichnet, mal als Foto, im Jahr 1979 sogar als dreidimensionale Figur. Dazu kamen Experimente mit Plastik-Armbändchen oder auf Textilien selbstklebende Marken. Seit 2004 sind die Volkacher Verantwortlichen auf Eintrittskarten im Scheckkartenformat mit Scancode und Fotoprint umgestiegen.

 

(Veröffentlicht: 30.09.2021, Text & Foto: Katja Eden) 

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