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Vinaqua Volkach

Vinaqua Projekt Volkach

Quelle: Open Street Maps

Die Fernwasserversorgung Franken (FWF) betreibt auf der Gemarkung der Stadt Volkach unterhalb der Weinberge bei Maria im Weingarten ein Brunnenfeld zur Trinkwasserentnahme.

Im Einzugsbereich dieser Trinkwasserentnahmestelle liegen die Weinberge des „Volkacher Kirchberg“. Ein Teil der Fläche (ungefähr 35 ha) liegt in der Wasserschutzzone III. Hier gelten Verbote und Nutzungseinschränkungen, die unter anderem auch die Einschränkung von Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung beinhalten.

Um das Brunnenfeld und die Trinkwassergewinnung zu schützen, installierte die FWF in Kooperation mit der Bewässerungsgenossenschaft VINAQUA (Volkach) ein Wassermanagementsystem mit einem annähernd „geschlossenen“ Wasserkreislauf.

Um die oberflächlich abfließende Wassermenge zu reduzieren, werden die Rebflächen hier ganzjährig begrünt. Das Oberflächenwasser aus den Weinbergen wird in Speicherbecken gesammelt und bei Bedarf mit einer Tropfbewässerungsanlage in den Weinbergen ausgebracht.

Nach Fertigstellung der Anlage im Frühjahr 2010 wurde die Praxiseinführung des VINAQUA – Wassermanagementsystems in einem vom Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) geförderten Innovationsvorhaben bodenökologisch, pflanzenphysiologisch und önologisch wissenschaftlich begleitet.

Bei VINAQUA wurde unter anderem eine standortangepasste Bewässerungsstrategie entwickelt. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen am Standort „Volkacher Kirchberg“ zeigen, dass durch das neue Bewirtschaftungssystem mit ganzjähriger und ganzflächiger Begrünung die Qualität der Weine nicht gemindert wird. Vielmehr wird eine Möglichkeit eröffnet, die Qualität des Lesegutes zu verbessern. Die neue Art der Bodenbewirtschaftung fördert den Humusaufbau, erhöht die Infiltrationsrate und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und reduziert damit das Erosionsrisiko und damit verbundene off-site-Schäden im Bereich Trinkwasser und der kommunalen und privaten Infrastruktur.

Die Erkenntnisse aus diesem Pilotprojekt, können für alle zukünftigen Bewässerungsprojekte in Mainfranken genutzt und weiterentwickelt werden.

Bewässerungsverband Sommerach

Bewässerungsverband Sommerach

Aktuell bewässerte Flächen der Gemarkung Sommerach, Quelle: Beregnungsverband Sommerach

Die Sommeracher Winzer haben bereits seit 1957 einen Bewässerungsverband, der sich mit großem personellem Engagement und finanziellen Aufwand um das Wasser für die Weinberge der Gemarkung Sommerach kümmert. Damals wurde eine Weinbergsfläche von 45 Hektar zur Frostberegnung ausgebaut, die 1974 auf 90 Hektar zur Überkronen-Beregnung erweitert wurde. Im Zuge der Flurbereinigung TG5 im Jahr 2006 erfolgte sowohl eine Umstellung auf Tropfbewässerung als auch eine Erweiterung der Fläche auf, bis heute insgesamt 198 Hektar. Der Verband hat heute 384 Mitglieder, von denen 991 Parzellen bewässert werden.
 

Rosenberg, Gemarkung Sommerach, Quelle: Beregnungsverband Sommerach

Im Zuge des vom Umweltministerium unterstützten Pilotprojektes „Bewässerung Weininsel“ (Gemarkung Nordheim, Sommerach, Hallburg), möchte der Bewässerungsverband Sommerach die Bewässerungsfläche um den Bereich Rosenberg erweitern und die bereits bestehende Infrastruktur modernisieren und zukunftssicher gestalten. Hierfür sollen, zusammen mit den Winzern aus Nordheim und den Flächeneigentümern der Gemarkung Hallburg, zwei Speicherseen errichtet werden, um während der zukünftigen Bewässerungsperioden, kein Wasser mehr aus dem RMD Kanal entnehmen zu müssen. Die genaue Ausgestaltung des Pilotprojektes wird hierbei in enger Absprache mit den Flächeneigentümern der anderen beteiligten Gemarkungen erfolgen. Das übergeordnete Ziel bei allen Planungen und anstehenden Bauvorhaben ist die Sicherstellung einer nachhaltigen Bewässerung der kompletten Weininsel, um auch in Zukunft den Fortbestand der beteiligten Weinbaubetriebe zu gewährleisten.

Weininsel

Wasser für die Weinberge der Weininsel

rö ingenieure gmbh

Das Bewässerungs-Projekt sieht vor, eine dauerhaft funktionierende, nachhaltige Bewässerung für die Weininsel aufzubauen und langfristig zu garantieren. In Zukunft muss eine Bewässerung in den trockenen Sommermonaten zwingend aus einem oder mehreren Speicherseen erfolgen. Diese werden in den Wintermonaten bei hohem Pegelstand des Mains befüllt. Dadurch wird eine Wasserentnahme aus dem Main bei niedrigem Pegelstand, zu hoher Temperatur des Wassers (25°C) oder zu niedrigem Sauerstoffgehalt vermieden.

Die genaue Ausgestaltung der Bewässerung der Weininsel liegt hierbei ausschließlich in den Händen der Winzer und Grundstückseigentümer.

Aktuell gibt es eine ausführliche Machbarkeitsstudie, die von der Gemeinde Nordheim in Auftrag gegeben wurde. Dabei handelt es sich keineswegs um eine konkrete Planung. Diese Investition war notwendig, um öffentliche Fördergelder bei den zuständigen staatlichen Vergabegremien beantragen zu können.

Die Grundstückseigentümer müssen nun entscheiden, was notwendig und finanziell machbar ist.
Vor dem Hintergrund der klimatischen Veränderung unserer Region, eines Strukturwandels im Weinbau und ungeklärter Nachfolgeregelungen vieler Betriebe, ist das mit Sicherheit keine leichte Aufgabe. Das Wasser soll schließlich so vielen Winzern wie möglich bei ihrer Arbeit helfen, ohne ihre betriebswirtschaftliche Situation außer Acht zu lassen.

Die Winzer aus Nordheim werden zeitnah, mit tatkräftiger Unterstützung des Landratsamtes Kitzingen, einen Wasser-Bodenverband gründen. Als Körperschaft des öffentlichen Rechtes sind sie dann ein starker Verhandlungspartner für alle Ämter und Bauprojekte, die in Zukunft anstehen.

Die Sommeracher haben bereits seit 1957 einen Bewässerungsverband, der sich mit großem personellem Engagement und finanziellen Aufwand um das Wasser für die Weinberge der Gemarkung Sommerach kümmert.

Beide Verbände und die Verantwortlichen der Gemarkung Hallburg werden sich in Zukunft in enger Absprache um das Projekt „Weininsel“ kümmern. Hierzu wird von den Beteiligten zügig eine Projektgruppe aufgebaut, die sich um den Bau der Anlagen, die Wartung und Instandhaltung kümmert. Diese Projektgruppe ist in der Folge auch der direkte Ansprechpartner für alle beteiligten Ämter. Die Rechtsform dieser Unternehmung wird von den zuständigen Behörden geprüft und eine Empfehlung ausgesprochen.

Die anstehenden Aufgaben, die durch das Projekt „Weininsel“ entstehen, sind für die Ehrenamtlichen der Verbände kaum mehr abzuarbeiten. Dafür muss eigenes Personal beschäftigt werden. Sollten in der Zukunft weitere Bewässerungsprojekte in der Region umgesetzt werden, kann diese Projektgruppe auch für andere Weinbaugemeinden zur Verfügung stehen.

Alle Beteiligten wissen um die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer verlässlichen Versorgung mit Wasser. Hierfür ist nicht nur auf die aktive Mitarbeit der Winzer und der eingebundenen Behörden notwendig, sondern auch auf die kreative und konstruktive Zusammenarbeit mit Allen, denen die Kulturlandschaft Mainfrankens am Herzen liegt.
 

 

Graphik: rö ingenieure gmbh

Bewässerungsprojekt Escherndorf, Köhler, Astheim, Fahr, Volkach1

Machbarkeitsstudie

Wie allen übrigen Weinbauern im Frankenland, stellen die sich häufenden Dürrejahre die Winzer der Mainschleife vor extreme finanzielle und organisatorische Herausforderungen. Aufgrund der aktuellen Klimaprognosen, die leider viel zu lange nicht ernst genommen wurden, muss zeitnah eine nachhaltige und zukunftsfähige Bewässerung der Weinberge aufgebaut werden. Nur so lassen sich in Zukunft die Qualität und auch eine wirtschaftlich notwendige Menge an Trauben produzieren, um weiterhin unsere Kulturlandschaft erhalten zu können. Von einem funktionierenden Weinbau in unserer Region profitieren nicht nur die Winzer. Auch die Existenz vieler Zulieferer und aller Facetten des Tourismus sind direkt oder indirekt auf einen rentablen Weinbau angewiesen.

Die Stadt Volkach hat daher bei ARZ Ingenieure GmbH in Zusammenarbeit mit B.T.W. eine Machbarkeitsstudie bezüglich einer Bewässerung der Weinberge und des Obstbaus entlang der Mainschleife in den Gemeinden Astheim, Escherndorf, Fahr, Köhler und Volkach in Auftrag gegeben. Dabei sollte unter Beachtung aller amtlicher und wissenschaftlicher Vorgaben ein sinnvoller Plan für eine moderne und zukunftsfähige Bewässerung geprüft werden.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie können im Download Link als verkürzte Präsentation eingesehen werden: